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19.02.2019

OLED-Licht immer besser und Energie sparender - Mit einem Statement von Jean Pütz

Meine persönliche Bemerkung:

eine der größten Erfindungen unserer Zeit ist die Kalt-Lichterzeugung durch Licht emittierende Halbleiter. Dabei wird der Natur ein Schnippchen geschlagen. Auf energiesparender Weise werden Elektronen im Atommolekül auf eine höhere Bahn gepumpt, beim herunter fallen geben sie ein Photon ab. Dabei entsteht kontinuierliches Licht, weil Trillionen von Atomen angeregt werden. Mittlerweile gibt es auch organische emittierende Dioden, die es ermöglichen, große Flächen zu beleuchten. Was bisher kaum berücksichtigt wurde, sind die Nebenwirkungen und Risiken. Durch die billige Art der Lichterzeugung entsteht eine Lichtdurchflutung aller Bereiche, die in der Technologiefolgenabschätzung ernste Konsequenzen für die Natur hat. Allenthalben wird zurecht das Insektensterben beklagt. Doch keiner denkt daran, dass diese Lichtverseuchung erheblich daran beteiligt ist. Man braucht nur in der Nacht bei klarem Himmel über die Industrieländer zu fliegen, fast nirgendwo gibt es Flecken, die nicht vom künstlichen Licht erfasst werden. Das ist meines Erachtens genau so dramatisch wie die Erderwärmung.

In der Nachkriegszeit hat Claude Lévi-Strauss ein Buch unter dem Titel 'Traurige Tropen' verfasst. Er wurde damit zum Pionier des Umweltschutzes. Allerdings beschrieb er damals u. a. die schrecklichen Konsequenzen des DDTs, das sich nicht nur in den Insekten anreicherte, sondern auch im Fettgewebe der Menschen, die es fleißig in den aufkommenden Spraydosen gegen die 'lästigen' Stechmücken verwendeten. Aber auch alles andere an Kleingetier wurde damit gekillt. In den 70er Jahren wurde es nach langer Diskussion verboten. Ich vergleiche das heute mit der Auseinandersetzung um das Glyphosat. Allerdings ist dies ein Unkrautvernichtungsmittel, welches vielen Insekten die Nahrung entzieht.

Wie sich die Zeiten gleichen. Das gilt in ähnlicher Weise auch für die Umweltverschmutzung durch Licht, das den irritierten Insekten das Leben schwer macht.

Jean Pütz


Organische Leuchtdioden (OLED) als farbige und flächige Lichtquelle sind extrem flach, flexibel und können zudem transparent und frei formbar gestaltet in viele Oberflächen integriert werden. Möglich wird dies durch die Herstellung der OLEDs auf flexiblen Substraten wie z.B. Kunststofffolien und beispielsweise die Verbindung mit leitfähigen Garnen zur Stromversorgung in Textilien.

Das Fraunhofer FEP hat erstmals einen erweiterten Ansatz der OLED-Technologie im EU-geförderten Projekt PI-SCALE mit dem HOLST Centre aus den Niederlanden umgesetzt - eine hybride OLED, die die Vorteile von gedruckten und verdampften Schichten vereinigt und dadurch sehr homogenes Licht emittiert. Um ihr breites Einsatzpotenzial zu demonstrieren, integrierten die Designer von EMDE development of light GmbH diese flexiblen, hybriden OLEDs in eine Motorradjacke. Hier setzen sie ästhetisch völlig neue Impulse und können die Sichtbarkeit und somit Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen.

Auf der LOPEC 2019, vom 19. bis 21. März 2019 in München, in Halle B0 am Stand Nr. 407 und in der OE-A competition area präsentieren die Partner Emde und Fraunhofer FEP erstmals gemeinsam diese hybride OLED-Technologie und die umgesetzte Motorradjacke. Daneben präsentiert das Fraunhofer FEP Exponate zur weiteren Forschungsthemen:

  • Beschichtungen auf flexiblem Ultradünnglas
  • Beschichtungen auf flexiblen Substraten
  • OLED-Mikrodisplays für Wearables
  • Biodegradierbare Elektronik auf biodegradierbaren Folien